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»Osmanische Küche Rezepte

Die kulinarische Tradition am Bosporus verbindet indische, persische und arabische Einflüsse. Noch heute lässt die osmanische Küche Rezepte und Zutaten in die Regionalküchen des Mittelmeerraums einfließen. Das 1299 gegründete Osmanische Reich war für Jahrhunderte der wichtigste Staat im Nahen Osten. Auch in Nordafrika und auf dem Balkan herrschte der Sultan. Ein riesiges Territorium entstand rund um das Mittelmeer - was in doppelt Hinsicht die Küche beförderte. Einerseits verfügten die Provinzen über jede Menge unbekannter Früchte, Gemüse und Gewürze, andererseits waren sie auf dem Seeweg in großer Menge zu transportieren. Klar, dass die Gourmets in Konstantinopel gut speisten. Eine besondere Spezialität waren die Suppen aus Fleisch- und Hühnerbrühe, angedickt mit Joghurt, Reis, gekochtem Gemüse und frischen Kräutern wie Minze, Petersilie und Rauke. Man reichte sie als Vorsuppe, Frühstück oder leichte Mittagsmahlzeit mit einem Stück Brot. Bereits damals kannte man Tarhana, das vergorene und getrocknete Pulver aus Mehl, Joghurt und Gemüse, das in der Suppe cremig aufquillt. Auch die Almsuppe, ein typisches Gericht der türkischen Hirten, stammt aus dieser Epoche. Lamm, Rind und Schaf, manchmal Wildbret verzehrten die Osmanen. Sie bevorzugten geschmorte Fleischgerichte, die sie auf niedriger Temperatur gegart haben, verwendeten den aus Indien importieren Tandur oder aßen am Spieß gebratenes Fleisch - der Döner Kebab steht in dieser Tradition. Als Beilagen reichte man Essiggemüse, frische Salate und gegrillte Auberginen und Tomaten. Die Einflüsse der persisch-orientalischen Küche zeigten sich bei den Geflügelgerichten. Huhn und Pute, Gans, Ente und Fasan wurden gefüllt und gebraten serviert, üblicherweise mit Pilaw. Dieses Gericht aus Reis und Hülsenfrüchten kennt tausendundeine Variation, süß mit Rosinen und Kirschen, herzhaft mit Zwiebeln und Kichererbsen, und jede Köchin hütet ihr eigenes Rezept. Wie alle orientalischen Küchen ist die osmanische reich an Gewürzen. Schwarzer Pfeffer, Knoblauch, Pul Biber, Gewürzsumach, Zitrone und Kreuzkümmel sind die wichtigsten. Sie passen zu Okra und Linsen, Weißkohl und Artischocken, aber auch in Teigtaschen mit Hack und Käse, die Vorfahren der Börek. Am meisten aber ist es die Vielfalt türkischer Süßspeisen, Baklava, A?ure und Helva, die die Osmanen hinterlassen haben.

28.11.2011, von Marissa

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